Es ist auffällig, dass wir uns oft in alten Rollen wiederfinden. Man wechselt den Job, die Stadt, manchmal sogar das ganze Leben — und irgendwann merkt man, dass man wieder derjenige ist, der sich zurücknimmt. Der versucht, irgendwo reinzupassen, wo er vielleicht gar nicht reinpasst. Der versucht, es Menschen recht zu machen, nur um dazuzugehören. Oder jemand, der versucht, alles zusammenzuhalten — als hätte sich die Kulisse geändert, aber nicht das Stück.
Muster wiederholen sich nicht, weil wir dumm sind oder nichts aus der Vergangenheit gelernt haben. Sie wiederholen sich häufig nur, weil sie früher auch funktioniert haben. Jede Rolle, die wir zu einem bestimmten Zeitpunkt übernommen haben, war eine sinnvolle Antwort auf etwas — auf eine Familie, auf eine Beziehung, auf ein Problem. Das Problem ist nur: Die Situation, für die das Muster gebaut wurde, existiert vermutlich längst nicht mehr. Nur die Reaktion ist geblieben.
Der erste Schritt sollte nun nicht sein, das Muster einfach zu ändern. Der erste Schritt sollte sein, zu bemerken, dass es das Muster gar nicht mehr braucht. Oft hilft etwas Abstand — eine neue Umgebung, ein neues Gegenüber, oder einfach etwas Ruhe.
Und dann kommt die wichtigste Frage: Wessen Stimme ist das eigentlich, die mir sagt, wie ich mich verhalten muss? War es meine eigene? Oder habe ich sie nur so lange übernommen, dass sie sich wie meine eigene angefühlt hat?
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