Nicht für jeden Menschen fühlt sich echte Nähe und Geborgenheit an wie Sicherheit. Für viele fühlt es sich an wie Kontrollverlust. Man öffnet sich und lässt jemanden an sich ran, der mit der Zeit immer und immer mehr Raum einnimmt, immer mehr Platz im Herzen gewinnt und einem wichtiger wird. Und oft macht es einem Angst. Man möchte nicht verletzt werden, man möchte die Kontrolle über seine Gefühle und über sich selbst nicht verlieren — und oft neigt man dazu, sich zurückzuziehen und sich seinem Selbstschutz hinzugeben.

Das Ganze tut man nicht aus Desinteresse. Es ist eine alte Strategie, die sich bewährt hat, die notwendig war, um nicht verletzt zu werden. Die Frage dahinter ist: Wovor schützt man sich, wenn die Gefahr längst vorbei ist? Warum hat man Angst, ein Risiko einzugehen oder sich zu demaskieren — um vielleicht festzustellen, dass wir die Gleichen sind?

Und die größte Frage, die man sich in dieser Situation stellen muss, ist: Ist es mir das wirklich wert, den Menschen dadurch zu verlieren, der vielleicht meine Zukunft sein könnte? Der mit mir gemeinsam durchs Leben geht, bei dem ich so sein kann, wie ich bin, und mit dem ich einfach nur glücklich sein kann? Was, wenn genau das dieser Moment war — und wir ihn nur aus Angst nicht gelebt haben?


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